Hase Hase

von Coline Serreau

Bei Hase Hase handelt es sich um eine "Tragikomödie", ein Stück mit komischen Situationen, aber ernstem und sehr aktuellem Hintergrund.

Dieses zeitgenössische Stück mit gesellschaftskritischen Zügen stellt die Großfamilie Hase vor, die sich wirtschaftlich nur mühsam über Wasser halten kann. In der Familie Hase hat alles seine Ordnung. Frau Hase ist Mittelpunkt und ruhender Pol. Sie wirkt stark und ist mit Leib und Seele Mutter. Ihr Mann verdient das Geld und erwartet eine Beförderung. Pauline, die älteste Tochter, studiert Medizin, Marie ist gut verheiratet, Lucie ist verlobt, ebenso Jeannot, der eine gute Stelle bei der EU hat. Und Hase, der Jüngste, ist ein vielversprechender und guter Schüler.

Obwohl Mama Hase glaubt, dass der Zeitpunkt erreicht ist, an dem die Kinder ihren eigenen Weg gehen können, sorgt sie trotz Schwierigkeiten immer für einen gedeckten Tisch, schlichtet Streit, tröstet und hält die Familie zusammen. Jeder versucht, auf seine Weise das Leben zu meistern und seine Ideale zu erreichen. So scheint es jedenfalls... Doch was die "Ideale" betrifft, so gehen die Meinungen darüber auseinander.
Nach und nach bröckelt die Fassade und nichts ist mehr so, wie es scheint: Der Vater wird arbeitslos, die beiden Töchter laufen ihren Männern davon, Jeannot und Pauline werden wegen krimineller und terroristischer Machenschaften von der Polizei gesucht und auch der Jüngste, Hase Hase, - ein Außerirdischer, der in die Familie "gepflanzt" wurde, um die Welt zu retten - fliegt vom Gymnasium.

Hase steht mit intergalaktischen Wesen in Kontakt, von denen er auch ins All zurück berufen wird. Um da ungeschoren herauszukommen, braucht es Hilfe von oben - im wahrsten Sinne des Wortes.Dieses neuzeitliche Theaterstück bietet sehr viele Facetten. Doch keine Angst, "Hase Hase" ist kein abstraktes Stück. Ganz im Gegenteil! Die Situation ist sehr konkret.

Bei der Familie Hase heißt es: "Unsere Wohnung ist überfüllt! Wir haben gar nichts zu sagen und fast nichts im Magen, wir sind arm! Wir sind aber menschlich und auch fröhlich."Und das Wichtigste ist: Bei Familie Hase halten alle zusammen, sogar wenn es der Hilfe der Außerirdischen bedarf...

Petra Holzinger

Mitwirkende hinter der Bühne

Regie Sonja Schoenle
Regieassistenz Petra Holzinger
Bühnenbild Maximilian Feichtner
Kostüme Dagmar Brückelmaier
Maske Barbara Gellermann
Requisite Nadja Feichtner, Gabi Minich
Licht Andreas Holzinger, Sebastian Seiverth, Sebastian Boden
Ton Sebastian Boden, Sebastian Seiverth
Musik Peter Matjeschk
Video Stefan Eisele
Souffleuse Christine Berndl
Catering Peter Matjeschk
Öffentlichkeitsarbeit Maximilian Feichtner
Kartenvorverkauf Sonja Schoenle, Wolfgang Ostermaier
Gestaltung und Layout Cornelia Fritz

Mitwirkende auf der Bühne

Mutter Hase Petra Holzinger
Hase Hase Gabi Minich
Vater Hase Wolfgang Ostermaier
Pauline Hase Ines Geislinger
Marie Hase Dagmar Brückelmaier
Jeannot Hase Christoph Petrik
Lucie Hase Veronika Heimberger
Gérard Steffen Schiller
Frau Duperri Nadja Feichtner
Hervé Duperri Cornelia Fritz
Kleiner Soldat, Mann in Schwarz, 1.Polizist Peter Matjeschk
2. Polizist Jutta Simon
Ministerpräsident Christian Schmid
Sprecherin Inge Bacher
Soldaten Jutta Simon, Peter Matjeschk,Manfred Klafterböck
Hinten stehend von links nach rechts: Sebastian, Peter, Manfred, Ines, Pepe, Andreas, Vroni, Steffen, Conny
Mitte kniend von links nach rechts: Gabi, Petra, Wolfi, Dagmar, Max
Vorne sitzend von links nach rechts: Johannes, Sebastian, Sonja, Christian, Nadja, Barbara, Christine, Jutta
Nicht auf dem Foto: Inge
Familie Hase beim Essen
Familie Hase beim Essen
"Und Du?" "Ich, ich bin alt!"
"Und Du?" "Ich, ich bin alt!"
"Wir bringen sie wieder in die Kirche zurück"
"Wir bringen sie wieder in die Kirche zurück"
"Hier ist dein Pass"
"Hier ist dein Pass"
"Guten Abend, lieber Gott"
"Guten Abend, lieber Gott"
Papa arbeitslos, Hase von der Schule geflogen...
Papa arbeitslos, Hase von der Schule geflogen...
Die Generalprobe verläuft wie üblich...
Die Generalprobe verläuft wie üblich...

Das Theater im Kloster

von Maximilian Feichtner

Mit dem aktuellen Stück Hase Hase von Coline Serreau liegt das Theater im Kloster (TiK) wieder auf der Linie, immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Theaterstilen zu sein. War es 1989 schon ein Kraftakt, die Oper "Der Goggolori" von Michael Ende auf die Bühne zu bringen, nahm die Lust, den Zuschauer mit immer neuen Facetten des Theaters zu erfreuen, in den vielen Jahren des Bestehens unserer Bühne nie ab.
Haben wir uns im Jahr 2001 mit der Inszenierung des im Fernsehen mehrmals hervorragend inszenierten Schauspiels "Die zwölf Geschworenen" auf die Bühne gewagt, ist es in diesem Jahr die Geschichte einer nicht ganz gewöhnlichen französischen Familie. Zeitnah und aktuell handelt das Stück von Menschen, die sich der Bedrohung eines sich ankündigenden totalitären Staatssystems so lange nicht bewusst werden, bis die politische Explosion, in die auch ihre Kinder verwickelt sind, ihr eigenes Leben erreicht. Auflösung und Protest entwickeln sich in schnellem Spiel und führen am Ende zu tiefen Einsichten und der Ablehnung von Gewalt und Haß.
Bewusst wollen wir die Zuschauer auch heuer wieder, wie seit unserem Bestehen, mit Theater nicht einlullen, sondern wirkliches Theater bieten. Das TiK kann auf eine Vielzahl verschiedenster Stücke und Inszenierungen zurükkblicken. Wir stehen zum Theater und zu allen Formen des Theaters, wir sehen uns als Theatergruppe der Pfarrei St. Theresia und zugleich als Teil einer lebendigen Gemeinde, die sich stets weiterentwickelt und an sich arbeitet. Wir sehen allerdings auch den Bereich Unterhaltung genauso als unsere Aufgabe an als auch die Möglichkeit der Selbstverwirklichung der Schauspieler und damit die Fortentwicklung unserer Gruppe. Das Repertoire des TiK reicht mittlerweile von klaren Bauern- und einfachen Weihnachtsstücken bis hin zu Opernaufführungen und klassischem Schauspiel.
So standen Stücke wie "Die Odlgruam" oder "Der Flaschengeist" von Karl Fink und "Das königlich bayerische Amtsgericht" von Georg Lohmeier neben Inszenierungen von Shakespeares "Sommernachtstraum" oder Brechts "Dreigroschenoper". Wir hatten Stücke wie die Kriminalkomödien "Kille-Kille" oder das Boulevardstück "Love Jogging" von Derek Benfield genauso auf dem Programm wie "Der Tod auf dem Nil" von Agatha Christie. Jüngste Stücke waren der "Krabat" von Otfried Preussler oder 2001 "Die zwölf Geschworenen" von Reginald Rose.Aber Entwicklung muss man fördern, sie kommt nur selten aus sich selbst. Daher ist das TiK eine von über 525 Bühnen, die sich im Verband Bayerischer Amateurtheater zusammengeschlossen haben. Hier erhalten die Schauspieler und Mitwirkenden die Möglichkeit, Kurse zu den unterschiedlichsten Themen zu besuchen. Hier erhalten sie Fortbildungen für Regie, Bühnenbau, Beleuchtung, Maske oder Spezialeffekte. Und was noch viel mehr zählt als der fachliche Hintergrund, sind die unschätzbaren Kontakte zu anderen Schauspielern und Bühnen aus ganz Bayern. Hier werden Kontakte geknüpft, Aufführungen besucht und Ideen gesammelt, hier wird abgecheckt: "Wo stehen wir?"/"Wie gut sind wir?" Bisher konnten wir feststellen: wir stehen ganz gut im Raum der Bayerischen Bühnen und damit das so bleibt, wollen wir auch künftig alles daran setzen, Sie als Publikum für unsere Ideen und Stücke zu begeistern und mit ihnen zu erfreuen. Einen erheblichen Anteil an unseren Erfolgen hat sicher auch die Pfarrei St. Theresia, nicht nur, dass viele unserer Zuschauer aus der Pfarrei uns seit Jahren die Treue halten, sondern, dass uns auch das Kloster und die Pfarrei die Räumlichkeiten für Aufführung, Proben und Fundus zur Verfügung stellen
Ihnen allen, unseren Zuschauern und unseren Förderern, möchten wir an dieser Stelle danken und hoffen, dass Sie uns noch lange die Treue halten.

Die Autorin: Coline Serreau

von Ines Geislinger

 

Coline Serreau (*1947 in Paris) ist französische Autorin, Schauspielerin und Regisseurin, ihr gelang mit dem Spielfilm "Drei Männer und ein Baby" ein Welterfolg. Die spritzige Komödie "Hase Hase" schrieb sie 1986. Coline Serreau studierte Literatur-, Musik- und Theaterwissenschaften in Paris. Im Zirkus ließ sie sich als Trapezkünstlerin ausbilden. Nach Ihrer Schauspielausbildung spielte sie 1970-73 u.a. in Stücken von Shakespeare, Pirandello und Brecht. 1973 schrieb sie ihr erstes Drehbuch. Bekannt wurde sie 1984 durch ihren Film "Trois hommes et un couffin" ("Drei Männer und ein Baby"), der bei der französischen Filmpreisverleihung mit drei Césars ausgezeichnet und für den Oscar nominiert wurde. Sie sagt selbst über ihr Werk: "In vielen meiner Filme manifestiert sich eigentlich, immer eine Sehnsucht nach der Kindheit." Vielleicht ist es diese Sehnsucht, die dafür sorgt, dass in ihren Stücken immer wieder Kindlich-Phantastisches vorkommt. 

Anmerkungen zu "Hase Hase" von Coline Serreau:

"Für mich ist kein Unterschied zwischen ernst und witzig. Ich mag es nicht, solche Kategorien aufzubauen. Humor ist etwas Ernstes. Sie können nicht mit Ihren Freunden, Nachbarn oder Familienmitgliedern sprechen, ohne mit ihnen auch ein wenig zu scherzen. Wenn Sie vorgeben, ernster, klüger, gescheiter zu sein als sie, dann wird man Ihnen nicht zuhören. Ja, wirklich, sie werden einfach nicht zuhören, sie werden Sie zum Teufel wünschen, wenn Sie sie mit Ihrer Klugheit langweilen. Sie mögen Sie nicht, weil sie das nicht hören wollen, was Sie sagen. Der einzige Weg, an die Mitmenschen heranzukommen, mit ihnen zu sprechen sie zu berühren und zu rühren ist, wenn Sie sie glücklich machen. So wie bei Kindern.Hase ist ein außerirdisches Wesen. Dieser andere Stern, dieses Irgendwo, ist ein alter Menschheitstraum. Dass es ein Woanders gibt, es irgendwo eine bessere Welt gäbe. Es gibt wahrscheinlich nicht diese bessere Welt, aber dieser Traum allein ist schon wichtig, der Traum von diesem anderen Etwas ist die Antriebskraft, die uns am leben hält. Revolution ist eine sehr nützliche Sache. Revolution findet statt, wenn ein Wandel, eine Veränderung nicht auf natürliche Weise stattfinden kann. Wenn die Kräfte gegen Veränderungen zu mächtig sind. Dann ,muss es eine gewalttätige Bewegung geben. Die Entwicklung zur Menschlichkeit ist wie das Wachsen einer Pflanze: es muss einfach geschehen, unaufhaltbar.“

Präsidentenamnestie in Frankreich

von Christian Schmid

Amnestie, was ist das?

Das Wort Amnestie ist ein aus dem Griechischen stammendes Lehnwort mit der Bedeutung "Vergessen" oder "Vergebung". Im deutschen Sprachraum wird Amnestie gleichgesetzt mit Straffreiheit, wenngleich dies den Kern der Bedeutung nicht genau trifft.. Straffreiheit bekommt auch der Verurteilte durch eine Begnadigung. Straffreiheit ist somit der Oberbegriff, unter den sich verschiedene Formen subsumieren lassen. Amnestie ist in ihrer engeren Bedeutung eine allgemeine, nicht für eine bestimmte Zahl von Fällen geltende gesetzliche Regelung, die für bestimmte Vergehen oder Verbrechen Straffreiheit oder Strafermäßigungen erlässt. So kann bereits von der Strafverfolgung abgesehen werden oder aber von der gesamten oder teilweisen Vollstreckung von bereits verhängten Sanktionen. Weitere Formen der Straffreiheit sind die Absolution, also die Niederschlagung von bereits anhängigen, jedoch noch nicht abgeschlossenen Strafverfahren, und die Begnadigung. Hierbei wird für einen Einzelnen eine höchstpersönliche Straffreiheit oder Strafmilderung ausgesprochen. 

Geschichte der Amnestie in Frankreich

Die politische Amnestie hat in Frankreich eine sehr lange Tradition. Schon zu Zeiten Napoleons wurden zu bestimmten, feierlichen Anlässen, so etwa dem Sieg in einer bedeutenden Schlacht oder der Geburt eines königlichen Infanten, Amnestien, sowohl für ausländische Gefangene, als auch für politische inländische Gefangene, erlassen. Amnestien, also das grand pardon, nach der Präsidentenwahl haben in Frankreich Tradition.
De Gaulle und alle späteren Präsidenten der fünften Republik wollten damit die Nation einen: Innere Spannungen aus dem Algerienkrieg, dem Gewerkschaftskampf und dem Unabhängigkeitsstreben der Insel Korsika sollten "bereinigt" werden, indem der Staat "im öffentlichen Interesse der Republik" auf die Verfolgung der daraus resultierenden Straftaten verzichtete.
Doch ist nicht alles Gold was glänzt. Zum einen verlangt man von den Leuten, sich an die Regeln des Landes zu halten. Gleichzeitig sagen ihnen die Präsidentschaftskandidaten: "Macht, was Ihr wollt!"
Dies gilt insbesondere für Fälle von Gewalt im Straßenverkehr. Wenn eine Person bei einem Verkehrsunfall jemanden fahrlässig tötet oder schwer verletzt,  dann wird sie dafür verurteilt. Man kann sie dann doch nicht einfach freilassen, nur weil es eine Amnestie gibt! Die skandierenden Stimmen, dass es für das Opfer auch keine Amnestie gäbe, werden immer lauter. Bei der letzten Amnestie kamen auch Verurteilte frei, die tödliche Verkehrsunfälle verursachten. Tatsächlich steckt hinter der Präsidentenamnestie eine Funktionsunfähigkeit der französischen Justiz. Selbst das Ministerium gibt zu, dass in Frankreich nur zwei von drei Gefängnisstrafen vollstreckt und zwanzig bis dreißig Prozent der Ordnungsgelder eingetrieben werden. Hintergrund: Eine rapide Zunahme der Straftaten und die Unterbesetzung der Justiz. Die Amnestie dient somit auch dazu, unbearbeitete Akten verschwinden zu lassen und überfüllte Gefängnisse zu entlasten. Dies wird auch von Seiten der Verantwortlichen der französischen Justiz unverblümt eingeräumt. So Beatrice Thony, stellv. Gerichtspräsidentin Villefranche-sur-Saône:

"In der Justizpolitik sollte man nicht nur einfach auf die Kosten schauen, sondern man muss vielmehr die Werte und Prinzipien verteidigen und dafür sorgen, dass Gesetze auch strikt eingehalten werden. Aber das ist bei uns zur Zeit einfach   nicht der Fall. Unsere Haushaltsmittel sind knapp, und wir können unsere Aufgaben nicht mehr voll erfüllen. Die Amnestie legalisiert letztlich nur, was schon längst juristischer Alltag ist: Eine von drei Strafen kann heute nicht mehr vollstreckt werden. "Während des Wahlkampfs hat sich ein Stimmungsumschwung in der Bevölkerung vollzogen: Immer mehr Franzosen verlangen nach Sicherheit und Ordnung. Dies betrifft auch die Präsidentenamnestie inzwischen wird sie schon von rund sechzig Prozent der Bevölkerung abgelehnt. In der ersten Wahlrunde erhielten die Kandidaten der etablierten Parteien eine deutliche Abfuhr. Ob es auch diesmal wirklich ein Amnestiegesetz gibt, wird das Parlament in frühestens zwei Monaten entscheiden.

Quellen:

 

  • - Bayerischer Rundfunk, Sendung Euroblick vom 05.05.2002; Filmautor: David Picard
  • - Uni Saarbrücken, Abhandlung des stud. jur. Schwarz in der Reihe Seminare für junge Juristen
  • - Karl Marx? Friedrich -Engels? Werke Band 11, S. 594-599, Dietz Verlag, Berlin/Ost, 1961

Der Fall Adamski

von Gabi Minich

Pommesbudenbetreiber Georg Adamski, der sich später den Beinamen Professor gab, ist in den Kreisen der UFOlogen der Urkontaktler der UFO-Szene.
Er wurde 1881 in Polen geboren und fühlte sich im Jahre 1952 plötzlich berufen, als ihn ein Alien von der Venus kontaktierte. Adamski, der in den USA lebte, traf sich hin und wieder mit Außerirdischen von der Venus und vom Planeten Mars; von diesen erhielt er Botschaften und Weisungen und flog gar - so seine eigene Aussage - mit den UFOs der Besucher ein wenig durch das All. Fortan überschüttete er die Welt mit Fotos und Filmen von UFOs (sogenannten Scoutships), die weltweit für Furore sorgten. Jedoch hat sich bereits vor Jahren herausgestellt, dass Adamski offensichtlich die Menschheit und vor allem seine Anhänger mit Fälschungen foppte. Seine angeblichen Scoutschiffe von der Venus oder von sonst wo scheinen eindeutig eine ordinäre Lampe zu sein, die man in den USA in jeder Kneipe oder in Büros findet, in denen gedämpftes Licht erwünscht ist. Die Ähnlichkeit ist nicht nur entfernt, sondern offenkundig und nicht zu leugnen.

Die Souffleuse

von Christine Berndl

 

Bei einer Theaterproduktion sind alle Mitwirkenden bestrebt, ihre Arbeit dem Publikum zu präsentieren. Sei es der Regisseur, die Schauspieler, Maske, Ton oder Lichtspezialisten usw.: sie alle wollen, dass ihre Arbeit vom Publikum gesehen und gehört wird. Mit einer Ausnahme: die Souffleuse. Sie selbst und ihre Arbeit sollen auf gar keinen Fall bemerkt werden. Zu diesem Zweck werden Souffleusen immer gut versteckt, zum Beispiel im Boden versenkt. Zumindest in unserer Truppe.

Wer unsere Aufführungen schon öfter besucht hat, hat vielleicht schon einmal einen Blick in unseren Souffleusenkasten geworfen und sich gefragt, wie kommt man da rein und wie kann man da drin nur sitzen? Nun, eine wichtige Vorraussetzung ist, dass man nicht unter Platzangst leidet. Unter der Bühne ist zwar alles offen, aber sehr dunkel. Bei einem Versuch, dort unten hindurchzukrabbeln, kann man sehr schnell das Gefühl bekommen, sich in einer alten Mine oder einem riesigen Sarg zu befinden. Die Bewegungsfreiheit ist also sehr begrenzt. Auch sollte man über ausreichendes Sitzfleisch verfügen, da für einen Stuhl kein Platz ist. Und so sitzt man Aufführung für Aufführung auf einem Stapel Polster, die dann eines nach dem anderen seitlich weg rutschen. Spätestens zur Pause befindet man sich entweder dann halb sitzend oder knieend auf dem Holzboden, da weder Zeit noch Platz war, die Polster wieder zu richten. Aber das ist ein Problem, das wir hoffentlich bald lösen werden!!!

Aber nun zu den eigentlichen Aufgaben einer Souffleuse. Was macht eigentlich eine Souffleuse? Übersetzt heißt soufflieren im schulischen Sinn "ein- oder vorsagen". Im Theater heißt es eingeben, inspirieren. Ihre Aufgabe ist es also, dem Schauspieler weiterzuhelfen (und zwar so, dass es keiner hört!), wenn er seinen Text nicht mehr weiß. In unserer Truppe bedeutet es aber viel mehr. Da kann es schon einmal sein, dass durch wilde Gesten der ein oder andere Darsteller an seine richtige Position dirigiert wird, dass ein Akteur, der mitten auf der Bühne einzuschlafen droht, durch dezentes Räuspern oder Hüsteln der Souffleuse "aufgeweckt" wird oder dass die ganze Truppe mittels vorgefertigter Zettel daran erinnert wird, lauter zu sprechen oder an bestimmten Stellen zu lachen. Für einen Schauspieler ist es also ein ungemein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass die Person im Kasten alles im Griff hat. Nur, wenn die Souffleuse plötzlich hektisch im Textbuch hin- und herblättert, mit den Schultern zuckt, sich die Haare rauft, einer Ohnmacht nahe die Augen rollt und mit der Hand eine Bewegung macht, die "geköpft" bedeutet, dann weiß der Schauspieler, dass er gerade mindestens zehn Seiten Text übersprungen hat und nun hoffen muss, dass es der Souffleuse schnell gelingt, den Faden wieder so aufzunehmen, dass das Publikum nichts bemerkt. Wenn dann nach der Aufführung das Publikum applaudiert und von der Textsicherheit der Schauspieler begeistert ist, diese aber hinter der Bühne vor der Souffleuse aus Dankbarkeit fast auf die Knie fallen und sich wieder und wieder für ihren Einsatz bei dieser oder jener Stelle bedanken, dann und nur dann weiß auch die Souffleuse, dass sie ihre Arbeit gut gemacht und so auch zum Gelingen der Theateraufführung beigetragen hat.

 

Die Generalprobe

von Annemarie Schoenle

In der Theorie ist die Generalprobe jene Probe, in der alles sein soll wie bei der Premiere. Mit allen geschminkten und völlig textsicheren Schauspielern in ihren Kostümen, mit den fertigen Kulissen und Dekorationen, mit perfekt funktionierender Beleuchtung, den Requisiten am richtigen Platz, den Geräuschen zur richtigen Zeit, einem hoffnungsfroh gestimmten Regisseur.In der Theorie.

In der Praxis ist es eine Probe, in der nichts funktioniert. Die Dekoration ist noch nicht fertig, die Farbe nicht trocken, der Tonmeister .ist verliebt und fabriziert einen Crash, der Beleuchter verwechselt die Scheinwerfer und betrinkt sich, die Maskenbildnerin steht im Stau, die Requisite hat die Mordwaffe verlegt, der Souffleur ist heiser, die Schauspieler sprechen so stockend und traurig ihren Text, als sei einer der ihren verschieden, die Kostümbildnerin ändert noch schnell einen Hosenbund, der Regisseur kündigt seinen Selbstmord an. Kurz und gut - eine Generalprobe ist im Grunde eine Probe über all jene Dinge, die nicht klappen, die noch fehlen, die vergessen wurden.

Unweigerlich kommt es daher oft zum Krach. Die Größe des Krachs hängt von der Autorität des Regisseurs ab. Ist dieser schwach, übernehmen andere die Streitkultur: der Hauptdarsteller, die beleidigte Nebendarstellerin, der verliebte Tonmeister, der beschwipste Beleuchter. Mordwaffen dürfen - da sie sonst der Requisite fehlen - nicht benutzt werden, wohl aber wird geschrieen, gebrüllt, geheult oder beleidigt. Denn all die Menschen, die sich hier Woche für Woche getroffen haben, um ein Theaterstück aufzuführen, besitzen unterschiedliche Charaktere, verschiedene Berufe, von einander abweichende Temperamente. Eines aber ist allen gemeinsam: Ihre Nerven liegen blank. Die Generalprobe hängt wie ein Mühlstein am Hals, die Knie schlottern, die Stimme versagt, der Text verschwindet im Nirwana, der Regisseur liegt in Agonie ...

Aus - Ende - die Katastrophe ist perfekt.

Und trotzdem werden alle sich wieder auf die nächste Generalprobe freuen. Und auf die Premiere. Ach ja - Premierenpublikum ist von besonderer Natur.
Es kommt, um sich voller Vorfreude an dem Lampenfieber der Schauspieler zu weiden, es wirft verstohlene Blicke auf den apathisch wirkenden Regisseur, ist sich fröhlich bewusst, dass jeden Augenblick Chaos auf der Bühne ausbre­chen kann, die Scheinwerfer versagen, der Ton zusammenbricht.

Und wofür diese widerliche Plackerei? Ohne Bezahlung, ohne Beachtung in der Weltpresse - man ist ja Laienschauspieler? Weil man das Theater liebt. Weil im Theater alles möglich ist. Weil das Theater ein Haus der Wunder ist.

Auch wenn es klein ist und "Theater im Kloster" heißt.

Kindertheater im Kloster

von Nadja Feichtner

Seit 1999 gibt es neben unserer "Großen Bühne" dem Theater im Kloster auch unsere Kindergruppe. Dort bringen Kinder im Alter von 5 bis 14 Jahren unter der Leitung von Nadja Feichtner zwei bis drei Stücke pro Jahr zur Aufführung. Im Gegensatz zu unseren "großen" Theaterkollegen können aller­dings viele noch gar nicht lesen, da die meisten Jungschauspieler zwischen fül:lf und sechs Jahre alt sind. So muss die Mama oder die große Schwester zu Hause den Text vorlesen. Das Auswendiglernen geht dann in dieser Alters­gruppe noch recht schnell. Zwar verschlägt es unseren Nachwuchsschauspielern - vor den seit drei Jahren immer vollen Zuschauerrängen - hin und wieder die Sprache, aber für diese Fälle haben wir ja unsere Souffleuse.

Nach Osterhasen, Nikoläusen und Zirkustieren, dem gruseligen Märchen um die Familie Schaudermaier hat sich die Kindergruppe im Jahr 2002 einem Oldie aus den Anfängen des Theaters im Kloster angenommen. Es wurde "Der Flaschengeist" von Karl Fink gespielt. Wenn man die alten Fotos aus dem Jahr 1984 ansieht, muss man allerdings sagen, hat sich die Neuinszenierung was Schauspieleranzahl, Technik und Kostüme betrifft, erheblich verändert. Konnte die Kindergruppe doch die "eierlegende Wollmilchsau" der Beleuchtungsprofis als Erste ausprobieren und so vor den Zuschauern mit tollen Lichteffekten mächtig Eindruck machen. Bei den Kostümen profitiert die Kindergruppe von der Erfahrung und dem Engagement von Petra Holzinger und Sonja Seiverth, wenn es um die Gestaltung, Beschaffung und Herstellung der Kostüme geht, bei der Beleuchtung können wir uns der Unterstützung von Andreas Holzinger (dem Beleuchtungsprofi) sicher sein. Ihnen allen sei hier nochmals herzlichst gedankt. Erfreulicherweise engagieren sich immer mehr Eltern hinter den Kulissen, so dass wir nun auch eine kleine Bewirtung anbieten und das Bühnenbild entsprechend aufpeppen konnten. Herzlichen Dank an dieser Stelle an die Familien Brandstätter und Köppl.

Als nächstes Projekt entfernt sich die Kindergruppe etwas vom klassischen Bühnentheater und nimmt sich dem Bereich des Marionetten- bzw. Puppentheater an. Es ist beabsichtigt, den "Kleinen Tag" von Rolf Zuckowski zur Aufführung zu bringen. Der Aufführungstermin steht zwar noch nicht fest, aber die ersten Puppen (80 cm) sind nahezu fertiggestellt, so dass nun lang­sam an die Umsetzung des Bühnenbaues und der technischen Ausgestaltung gedacht werden kann. Die Proben und die Aufführungen finden im Alten Pfarrsaal der Pfarrei St. Theresia statt. Die dortige Bühne bietet die üblichen Möglichkeiten eines kleinen Theaters mit (theoretischer) Unterbühne, Vorhang und einfacher Beleuchtung. Also alles, was man zum Theaterspielen so braucht. An dieser Stelle möchten wir uns beim Kloster und bei der Pfarrei St. Theresia bedanken; die uns den Saal und die Räume für unseren Fundus zur Verfügung stellt und uns immer bei der Lösung unserer Probleme unterstützt.

Wenn Sie sich etwas näher mit der Kindertheatergruppe St. Theresia befassen möchten und sich für die Aufführungstermine unseres neuen Stückes interessieren, besuchen Sie uns doch einfach im Internet unter der Adresse "www.tik-kindetheater.de"!

Stammbaum der Familie Hase

von Cornelia Fritz

 

 

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